Rheinzeitung Koblenz vom 31-07-2006:

Die vier Wände fit für das Alter machen

Koblenzer Architekt bietet Lösungen für barrierefreies Wohnen an - Erster zertifizierter Fachplaner

Das in jungen Jahren errichtete Eigenheim auch im hohen Alter noch zu bewohnen - diesen Wunsch haben viele private Bauherren. Allerdings denken die wenigsten daran, dass sie mit 70 oder 80 Jahren womöglich längst nicht mehr so beweglich sind, wie zu der Zeit, da sie ihren Traum vom eigenen Wohnhaus verwirklichen konnten. Mögliche Folgen: Der frühe Häuslebauer, inzwischen ein älterer Herr Ende 70, hat plötzlich Mühe, ohne fremde Hilfe in die Badewanne zu steigen. Der älteren Dame wird die steile Treppe hinauf zu ihrem Schlafzimmer zum Verhängnis. Und: Selbst dann wollen sie häufig nicht wahrhaben, dass sie in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

So berichtet auch der Koblenzer Architekt Michael Lanzerath, dass für alten- oder behindertengerechte Umbauten im privaten Bereich bislang noch keine grosse Nachfrage besteht.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der von vielen Experten prognostizierten Alterung unserer Gesellschaft ist der Architekt davon überzeugt, dass Barriefreiheit in den eigenen vier Wänden künftig immer wichtiger wird. Dabei sieht er weniger einen Bedarf bei Neubauten als bei vorhandenem Wohnbestand. Die alte Badewanne mit hohem Rand wird gegen eine bodengleiche und damit auch von behinderten Menschen erreichbare Dusche ausgetauscht, an Stelle der Treppe gibt es im Eingangsbereich eine Rampe, und auch andere Barrieren und Hindernisse im Haus verschwinden.....

"Barrierefrei zu bauen heißt, dass jeder Mensch, welche Bedürfnisse beziehungsweise Behinderung er auch hat, so leben kann, wie er möchte. Es ist dann egal, ob er alt oder jung, klein- oder großwüchsig, seh-, geh- oder hörbehindert ist" sagt Lanzerath.

Der Koblenzer Architekt Michael Lanzerath ist der erste zertifizierte Fachplaner für barrierefreies Bauen im Land. In seinem Büro im Stadtteil Ehrenbreitstein entwirft er Wohnkonzepte für ältere und behinderte Menschen.

Rouven Wangelin 


In dem Buch BAUEN+WIRTSCHAFT - Architektur der Region im Spiegel (Rheinland-Pfalz 2008) ist der nachfolgende Beitrag erschienen:

 

  

 

 

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